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das Knie

das menschliche Kniegelenk

Erkrankungen des Kniegelenks

Das Kniegelenk

Das Knie ist das in seinem Bewegungsablauf wohl kompli-
zierteste und gleichzeitig meistbeanspruchte Gelenk des menschlichen Körpers. Einerseits muss es beim Aufrichten, Gehen, Laufen und Stehen Stabilität herstellen und dabei noch das Körpergewicht tragen. Andererseits erlaubt es für die Fortbewegung ein hohes Maß an Beweglichkeit.

Um gleichzeitig Standfestigkeit und Beweglichkeit zu ermöglichen, hat das Knie eine recht aufwendige Architektur. Das macht es so enorm anfällig.

Wie groß und wichtig die physiologische Kniebeweglichkeit ist – und wie entscheidend für Lebensfreude und aktives Handeln in Freizeit und Beruf –, merkt man meist erst dann, wenn
sie nicht mehr vorhanden oder mit Schmerzen verbunden ist.

Im Knie geht der lange Oberschenkelknochen mit seinen knorpelig überzogenen Gelenkrollen (Kondylen) eine gelenkige Verbindung mit dem Schienbeinkopf ein, der ebenfalls mit einer Knorpelschicht bedeckt ist.

Dazwischen liegen die Menisken als Zwischengelenkscheiben mit zusätzlicher Stoßdämpfer-
funktion.

Der Bandapparat lässt der in fünf Achsen beweglichen Konstruktion bei ihren Rollgleitbewegungen feste Führung zukommen.

Die Kniescheibe (Patella) gehört als dritter Knochen ebenfalls zum Kniegelenk, wobei sie mit ihrer rückwärtigen, knorpeligen Gleitfläche ein eigenes Teilgelenk bildet.

Arthrose

Arthrose

Immer noch glauben viele Menschen, dass es sich bei Gonarthrose (Arthrose des Kniegelenks) um eine Alterserkrankung handelt. Dabei sind immer mehr jüngere Menschen davon betroffen.

Arthrotische Veränderungen des Kniegelenks sind Abnutzungserscheinungen. Die Knorpelmasse über den Gelenkflächen wird dabei zunehmend aufgerieben. Infolge dieser degenerativen Gelenkknorpel-veränderungen werden auch knöcherne Gelenkanteile sowie der stabilisierende Bandapparat in Mitleidenschaft gezogen.

Erst kommt es zu einem Abrieb kleinster Knorpelstückchen aus der – im gesunden Zustand – völlig glatten Knorpeloberfläche. Ein Teufelskreis beginnt: Die Knorpeltrümmer führen zum Ausbrechen immer weiterer Knorpelstückchen und verursachen eine begleitende Entzündung. Die Knorpelfläche wird rau, rissig und fasert auf.

Mit fortschreitender Gelenkzerstörung reiben die dünner gewordenen Knorpelschichten schmerzhaft aufeinander und es entstehen Knochenverformungen. Beim Gehen wird jeder Schritt zur Qual. Am Ende reibt Knochen auf Knochen und verursacht selbst im Ruhezustand quälende Schmerzen.

Erkrankungsursachen

Erkrankungsursachen

Naturgemäß nimmt das Auftreten von Verschleißerscheinungen am Kniegelenk mit höherem Lebensalter zu, als Folge der natür-
lichen Abnutzung des Gelenkknorpels über die Jahre. Diese sogenannte idiopathische Arthrose betrifft fast alle Menschen im Alter von 75 Jahren.

Die Abnutzungserkrankung kann aber auch weit über das altersgemäße Maß hinausgehen. Besonders sportlich aktive Menschen leiden oftmals schon früh unter einer Kniegelenk-
arthrose. Freizeitsportarten wie Joggen oder Inline-skaten,
aber auch rheumatische Erkrankungen haben dazu geführt, dass Knieverschleiß den Status einer Volkskrankheit hat.

Als Hauptursachen für die Entwicklung einer Kniegelenkarthrose gelten:

  • Über- und Fehlbelastung
  • Gelenkentzündungen oder -verletzungen
  • angeborene oder anlagebedingte Fehlbildungen
  • familiäre Vorbelastung
  • rheumatische oder Stoffwechselerkrankungen
  • Übergewicht

Fehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine haben eine permanente einseitige Beanspruchung des Kniegelenks zur Folge, die den Knorpel an den betroffenen Stellen vorzeitig abnutzt.

X-Bein-Stellung

X-Bein-Stellung

X-Beine fördern die Entwicklung einer lateralen (am äußeren Kniegelenk gelegenen) Kniearthrose. Davon sind Frauen besonders betroffen.

O-Bein-Stellung

O-Bein-Stellung

O-Beine fördern die Entwicklung einer medialen (am inneren Kniegelenk gelegenen) Kniearthrose. Das tritt besonders häufig bei Männern auf.

Krankheitserscheinungen

Krankheitserscheinungen

Typische Krankheitserscheinungen, mit denen sich eine Arthrose des Kniegelenks äußert, sind:

  • Knieschmerzen, insbesondere Bewegungs- und Belastungsschmerzen
    Sportliche Hobbys werden bald zur schmerzhaften Strapaze, wenn nicht gar ganz unmöglich.

  • Bewegungseinschränkung
    Dies macht sich schon früh in Form von Anlaufbeschwerden bemerkbar, wenn sich z.B. die Beine morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Stillsitzen „wie eingerostet“ anfühlen. Im fortgeschrittenen Stadium kann man z.B. nicht mehr bzw. nicht mehr schmerzfrei in die Hocke oder in den Schneidersitz gehen.

Mit zunehmender Verschlimmerung der Erkrankung kommt es zu:

  •  Gelenkergüssen
  •  Verformungen des Gelenks
  •  Instabilitäten („Schlotterknie“)
  •  Muskelverspannung und Muskelschwäche

Die Strecken, die man noch gehen kann, werden immer kürzer, bis schließlich jeder Schritt mit heftigen Schmerzen verbunden ist und auch Ruhe kaum noch Linderung bringt.

Behandlung

Behandlung

Viele Patienten machen nach der Diagnose „Kniegelenk-
arthrose“ die verschiedensten Therapieansätze durch. Für
viele Patienten steht dann erst nach Jahren schmerzhaften Leidens der künstliche Kniegelenkersatz an.

Die Anwendung verschiedener nicht operativer Maßnahmen kann die Schmerzen in der Regel vorübergehend lindern. Dazu zählen:

  • Medikamente
  • physiotherapeutische Behandlung
  • Cortisonspritzen
  • Bandagen und Orthesen

Im Anfangsstadium der Kniegelenkarthrose können erhaltende Knieoperationen die Beschwerden für eine begrenzte Zeit mindern. Das sind:

  • arthroskopische Eingriffe, die bei einer Gelenkspiegelung vorgenommen werden: zur Reinigung des Gelenks, zur Knorpelglättung oder auch zur Anregung der Neubildung von Narbengewebe

  • neue Verfahren aus der Biotechnologie wie die Knorpelzellentransplantation mit im Labor gezüchtetem Gewebe

Für Menschen mit fortgeschrittener Kniegelenkarthrose gibt es eine langfristige Lösung, wenn sie ihre Schmerzfreiheit und Kniebeweglichkeit zurückgewinnen wollen: ein künstliches Kniegelenk.

Die Rekonstruktion des Kniegelenks mithilfe einer ge-
eigneten Kniegelenkprothese ist die dauerhafte, effiziente
Heilungsmöglichkeit bei ausgeprägter Kniearthrose.


Auch Fehlstellungen des Kniegelenks werden – wenn vorhanden – dabei gleichzeitig mitkorrigiert.

Broschüren zum Download

Alle Informationen finden Sie auch in unseren Broschüren als PDF Datei aufbereitet. Klicken Sie bitte auf den Bereich, der Sie interessiert – der Download beginnt dann automatisch.

HÜFTE – Wissenswertes über die Möglichkeit des künstlichen Hüftgelenkersatzes

KNIE – Wissenswertes über die Möglichkeit des künstlichen Kniegelenkersatzes

FUSS – Korrektur der Großzehe (Hallux valgus) nach der Methode von Dr. Stoffella