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Hilfreiche Tipps

Der Kniegelenkersatz gibt den Patienten mit der wiedererlangten Bewegungsfähigkeit und Schmerzfreiheit auch ein gutes Stück Lebensfreude und Lebensqualität zurück.

Damit das auch so bleibt, sollten Sie das künstliche Kniegelenk nicht zu extrem belasten und speziell in der Anfangsphase sehr vorsichtig damit umgehen.

Wichtig: Nehmen Sie regelmäßig Ihre Nachkontrolltermine wahr und lassen Sie sie auch in Ihren Patientenpass eintragen!

Hilfsmittel

Hilfsmittel

Im Sanitätshaus erhältliche Hilfsmittel unterstützen Sie beim Gehen mit der neuen Prothese und erleichtern Ihnen als Übergangslösung am Anfang etliche weitere Verrichtungen. Für vieles übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei ärztlicher Verordnung auf Antrag die Kosten.

  • Gehhilfen

    In den ersten Wochen nach dem Gelenkersatz darf das operierte Knie nicht voll belastet werden. Deshalb müssen Sie während dieser Zeit zwei Unterarmgehstützen verwenden, die einen Teil des Körpergewichts mittragen.
    Manche älteren Patienten benutzen auch danach noch, z.B. bei den ersten längeren Spaziergängen, gerne einen Stock zur eigenen Sicherheit.

  • Greifhilfen

    Praktische Greifhilfen ermöglichen das Aufheben von Gegenständen, ohne sich zu bücken oder in die Hocke zu gehen. Ein spezieller Anziehstock hilft beim Ankleiden ohne Fremdhilfe.

  • Lagerungsschiene

    Eine Lagerungsschiene verhindert, dass Sie nachts im Schlaf unkontrolliert eine verbotene Beinhaltung einnehmen.

  • Toilettensitz

    In der Anfangszeit empfiehlt sich zu Hause ein erhöhter Toilettensitz, der das Hinsetzen und Aufstehen erleichtert.

Praktische Ratschläge

Einige Dinge müssen Sie in den ersten Wochen mit Ihrem künstlichen Kniegelenk unbedingt vermeiden:

  • Gehen Sie nicht in die Hocke und knien Sie sich nicht hin
  • Überkreuzen Sie beim Sitzen oder Liegen nicht die Beine
  • Heben und tragen Sie keine schweren Lasten
  • Setzen Sie sich keiner hohen Kraftanstrengung oder schweren körperlichen Arbeit aus

Generell sollten Sie nach dem Kniegelenkersatz beachten:

  • Ernähren Sie sich kontrolliert und vermeiden Sie Gewichtszunahme
  • Bewegen Sie sich bewusst. Achten Sie z.B. auf vollständiges Abrollen des Fußes und auf einen aufrechten Sitz
  • Auch wenn die Ausübung von Sport mit einem künstlichen Kniegelenk vielfach wieder möglich wird, sollten Sie von Sportarten Abstand nehmen, die mit hohen Stoß- und Stauchbelastungen des Kniegelenks verbunden sind, wie z.B. Squash, Handball, Kampfsport. Was genau Sie dürfen, sagt Ihnen Ihr Arzt

Hier noch einige spezielle Verhaltensanleitungen zu bestimmten Lebensbereichen für die Zeit nach der Operation, bis Ihr Knie wieder voll belastbar ist.

Gehen und Treppensteigen

  • Halten Sie sich beim Umgang mit Gehhilfen an das, was Sie in der Klinik gelernt haben
  • Stützen Sie sich fest auf den Handgriffen der Unterarmgehstöcke ab
  • Beim Gehen die Füße nicht nach innen oder außen gedreht aufsetzen
  • Beim Treppensteigen immer das gesunde Bein zuerst auf die höhere Stufe stellen. Nutzen Sie die Kraft des gesunden Beins und der Arme, um dann das operierte Bein auf dieselbe Stufe zu heben
  • Treppabwärts zuerst die Gehstützen und dann das operierte Bein auf die nächsttiefere Stufe stellen. Beim Nachziehen des gesunden Beins möglichst viel Gewicht auf die Stützen verlagern

Im Badezimmer

  • In der Dusche gibt ein Haltegriff oder eine rutschfeste Unterlage sicheren Stand
  • Gehen Sie mit den Gehstützen bis zur Dusche/Badewanne und mit dem gesunden Bein zuerst hinein, hinaus erst mit dem operierten Bein
  • Eine langstielige Bürste hilft Ihnen beim Waschen, alle Körperbereiche zu erreichen, ohne sich vornüberzubeugen
  • Ein Haltegriff neben der Toilette sowie eine Sitzerhöhung erleichtern das Niedersetzen

Im Schlafzimmer

  • Am besten auf dem Rücken schlafen. In Seitenlage verhindert ein Kissen zwischen den Knien, dass Sie die Beine überkreuzen
  • Die Liegefläche sollte mindestens 70 cm hoch sein, damit Sie gut ins Bett steigen können. Gegebenenfalls durch eine weitere Matratzenauflage erhöhen
  • Legere Kleidung vereinfacht das Ankleiden. Praktische Helfer vom verlängerten Schuhlöffel bis zum Anziehstock ermöglichen, dabei ohne Fremdhilfe auszukommen
  • Sexuelle Aktivität ist mit Vorsicht möglich, sofern Sie dabei keine verbotenen Beinstellungen und -bewegungen ausführen

In der Küche

  • Vermeiden Sie unnötiges Hin- und Hertragen von Gegenständen. Benutzen Sie lieber einen Servierwagen oder eine Küchenschürze mit Taschen
  • Lassen Sie besondere Achtsamkeit beim Hantieren mit heißen Flüssigkeiten walten. Benutzen Sie feste Behälter mit geschlossenen Deckeln
  • Das operierte Bein bei der Küchenarbeit auf tieferer Ebene (z.B. Unterschränke oder Backofen) nicht beugen, sondern leicht vorstrecken
  • Benutzen Sie einen Küchenstuhl, von dem aus Sie mit vorgestrecktem operiertem Bein arbeiten können.

Für Autofahrer

  • Selbst dürfen Sie erst wieder fahren, wenn Sie auf Gehhilfen verzichten können
  • Als Mitfahrer rückwärts auf die Gehhilfen gestützt an den Autositz herantreten und mit dem gesunden Bein voran einsteigen. Dann das operierte Bein mit Unterstützung der Hände ins Auto heben
  • Steigen Sie dazu möglichst auf der dem gesunden Bein zugewandten Seite ins Auto